Disclaimer und kein Ende….

Disclaimer in Mails sind unnütz und unter bestimmten Umständen sogar gefährlich. Zumindest aber blähen sie Mailboxen auf – gerade wenn man unterwegs ist und auf einem relativ kleinen Display den Teil der Mail identifizieren soll, beginnt man, sich zu ärgern; nicht zuletzt wegen der gestiegenen Ladezeiten.

Aktuelles Beispiel:Ich habe von meinem Autovermieter (den Namen habe ich entfernt) in dieser Woche zwei Mails erhalten. Beide bestanden aus einem Satz und folgendem “Beitext”:

The information transmitted is intended only for the person or entity to which it is addressed and may contain confidential and/or privileged material. Any review, retransmission, dissemination or other use of, or taking of any action in reliance upon, this information by persons or entities other than the intended recipient is prohibited and may be a violation of law. If you received this transmission in error, please contact the sender by reply e-mail and delete and destroy all copies of the material, including all copies stored in the recipient’s computer, printed or saved to disk. Thank you.

Software virus: (Name entfernt) has taken precautions to minimize the risk of transmitting software viruses, but we advise you to carry out your own virus checks on any attachment to this message. Europcar International cannot accept liability for any loss or damage caused by software viruses while opening or reading this message and its enclosures.

Intellectual Property: (Name entfernt) has built up a significant reputation in the name (Name entfernt) and is the owner of a number of trademark applications and registrations as well as domain names in many countries. No trademarks, service marks, and trade names owned or licensed by (Name entfernt) or its affiliates may be copied, reproduced, republished, uploaded, posted, transmitted, distributed or used in any way, without the prior written consent of (Name entfernt).

Wenn wir den Text übersetzen, stellen wir folgendes fest:

Der “Beitext” sprengt die Länge der Mails um ein Vielfaches, selbst dann, wenn der Mailtext länger wäre. SO lang sind Mails zwischen Dienstleister und Kunde nur selten.

Das Unternehmen hat den ersten Absatz (wie auch den Rest des Disclaimers) nicht auf dem Briefpapier. Warum eine fehlgeleitete Mail grundsätzlich anders behandelt werden soll als ein fehlgeleiteter Brief, ist unklar. Ob das Unternehmen mit Mails erheblich leichtfertiger umgeht als mit Briefen? Mit dieser Suggestion schadet das Unternehmen seinem eigenen Ruf.

Den zweiten Absatz könnte man fast unterstützen, steht doch darin, dass man alles getan hat, um die Virengefahr zu minimieren. Da dies als selbstverständlich zu betrachten ist und dass man Haftung für den Fall ausschließt, dass dies mal nicht gelingt, suggeriert, dass die Gefahr gerade bei diesem Unternehmen dennoch vorhanden ist.

Den dritten Absatz kann man sich schenken, dass die Marke geschützt ist, liegt auf der Hand, ist leicht nachprüfbar und würde durch ein einfaches (R)-Symbol ebenfalls signalisiert. Dafür braucht es keinen Absatz, der unter jeder Mail steht. Heuristika ist auch eine (in Deutschland) geschützte Marke, dennoch verwenden wir keinen solchen Disclaimer – weil er keinen Sinn hat. Ein Einbruch wird nicht verbotener, wenn man dem Einbrecher vorher sagt, dass Einbruch verboten ist.

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